Privataudienz beim Nockalmkönig

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Nass und kalt präsentiert sich die Region um den Faakersee in den letzten März-Tagen, von Frühling noch keine Spur. Echte Radprofis haben in dieser frühen Phase des Jahreskalenders aber schon mehrere tausend Kilometer und ein paar Eintagesklassiker in den Beinen; ambitionierte Hobbyradler hingegen zumindest schon die eine oder andere mehrstündige Ausfahrt.

Und so prallen auch hier in Latschach im Rahmen der 1. Trainingsausfahrt der Aktion “Nockalmkönig”, die von der Region Bad Kleinkirchheim und der Kleinen Zeitung initiert sowie von Altis Sportmedizin und Stevens-Bikes unterstützt wird, zwei unterschiedliche Radsportwelten aufeinander. Da ist einerseits Milram-Radprofi Paco Wrolich (35), der als frisch gebackener Landesradsport-Präsident auch die Idee zum “Nockalmkönig” hatte und andererseits Aleksander Unterweger (40), der “Auserwählte”, der nun seit Ende Februar unter professioneller Begleitung und Beobachtung Nockalmstrassen-fit gemacht wird, damit er am 30. Mai im Rahmen des Kärnten Radmarathon Bad Kleinkirchheim die 2. Bergwertung auf der Eisentalhöhe (2.042 Meter Seehöhe) aus eigener Kraft erreicht. Hört sich leicht an, ist aber mit einem Startgewicht von 105 Kilogramm und einer Vorbereitungszeit von nur vier Monaten wirklich eine wahre Marathonleistung. Respekt, schon mal jetzt.

Nockalmkönig Aleksander Unterweger

Aleksander, der seit mehreren Wochen Kilo um Kilo runterkurbelt und eifrig zu Wasserdampf verschwitzt, durfte heute das erste Mal gemeinsam mit Paco Wrolich einrollen. Paco, der eben vom belgischen Eintagesklassiker Gent-Wevelgem (wo er selbst leider schon früh im Rennen stürtzte, sein österreichischer Radprofikollege Bernhard Eisel aber den – wenn auch von der österreichischen Medienlandschaft weitgehend konsequent ignorierten – prestigeträchtigen Sieg einfahren konnte) zurückgekehrt ist, wollte sich auf den Strassen um seine Heimatgemeinde selbst vom Entwicklungsfortschritt seines Schützlings überzeugen.

Seine Majestät, der Nockalmkönig, gar nicht blaublütig und immer noch dankbar für dieses Spezial-Trainingspaket, macht einen sehr motivierten Eindruck, erzählt mitreißend über erste emotionale Siege gegen den inneren Schweinehund sowie über einsame Winterstunden auf dem Ergometer, mit starrem Blick auf das TV-Gerät und somit auch Erkenntnis gewinnend, dass das Zeitempfinden ein höchst subjektives Erlebnis sein kann. Mehr als 6 Kilogramm überflüssiges Körpergewicht ist er bis heute schon losgeworden, erzählt der Finkensteiner, während Paco Wrolich anerkennend mit dem Kopf nickt. Sein persönliches Ziel, das er gemeinsam mit dem Altis-Betreuerstab rund um Univ.Doz. Dr. Georg Lajtai definiert hat, liegt bei 95 Kilogramm Wettkampfgewicht, ein immer noch schwerer Rucksack für die vielen Reidn der Nockalmstrasse.

Paco Wrolich

Ich werde Aleks Unterweger auch weiterhin begleiten und bei seinen nächsten Ausfahrten beobachten, bis hin zum Rennen über die Nockberge am letzten Mai-Sonntag. Mich persönlich hat er durch unser Zusammentreffen auch ein bisschen mit dem Trainingsvirus angesteckt und das ist auch dringend notwendig, nachdem ich mich selbst im Rahmen des Radmarathons über 106 Kilometer und 2.150 Höhenmeter quälen darf und wahrscheinlich mehrmals leidend erkennen werde, dass diese “sanfte Berglandschaft mit den runden Kuppen” (von der wir in unseren Werbebotschaften oft sprechen) auch ganz schön schmerzeinflössend sein kann. Also rauf auf’s Roadbike, der Countdown läuft.

Videotipp: Interview mit Aleksander Unterweger & Paco Wrolich (YouTube)

Hier gibt es weitere Informationen zum Kärnten Radmarathon Bad Kleinkirchheim
Wann: Sonntag, 30. Mai 2010, Start & Ziel in Bad Kleinkirchheim (9 Uhr)
Wichtig: Für all jene, die nicht soviel trainieren wollen, gibt es heuer auch eine “angenehmere” B-Strecke (Start: 9:30 Uhr)
Nenngeld: € 40,-

Peter “Paco” Wrolich unterstützt den Kärnten Radmarathon Bad Kleinkirchheim und ist auch Ideengeber & Initiator der Aktion “Nockalmkönig”.


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