Audienz am Green

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Was haben sieben Greenkeeper, ein Caddy Meister und Gerhard Pontasch gemeinsam? Eine Vision. Nämlich den über 90 Hektar großen 18-Loch-Championplatz Kaiserburg nach allen Regeln der Kunst zu hegen und zu pflegen. Wobei das Wort “Kunst” hier keinesfalls übertrieben ist. Davon durfte ich mich neulich persönlich überzeugen. Pontasch, der Chef der Anlage, nahm sich die Zeit, mich über den Platz zu begleiten und in seine Geheimnisse einzuführen. Und davon gibt es eine Menge! So erfuhr ich etwa mit Staunen, dass auch die zarten, auf ca. 4 Millimeter (!) geschnittenen Halme des Greens eines überhaupt nicht mögen, und zwar Stress. Der jedoch stellt sich schon mal ein, wenn Golfer Kärntens höchst gelegenen Golfplatz bespielen und auch die mitunter raue Witterung dem Platz zusetzen. Dann heißt es für Pontasch und sein Team ausrücken, zu düngen, zu gießen, zu vertikutieren und zu erifizieren.

Golfplatz Bad Kleinkirchheim

Während unseres Gespräches konnte ich mich selbst davon überzeugen, wie vielfältig die Aufgaben eines Greenkeepers sind. Auf der ganzen Anlage wurde gewalzt, Sand gestreut und gemäht. Umso erstaunter war ich dann, als Pontasch am Green plötzlich sein Taschenmesser zückte und ein faustgroßes Loch in den pingelig genau gepflegten Rasen schnitt. Was dabei zum Vorschein kam, lässt sich am ehesten mit einer Torte beschreiben, wie man sie in Bad Kleinkirchheim etwa im Cafe Hutter genießen kann. Anhand der Beschaffenheit der Schichten erkennt man den Zustand des Rasens und weiß dann ganz genau, wie es mit der Durchlässigkeit des Bodens aussieht bzw. welche Wellness-Behandlung die zarten Halme als nächstes bekommen sollen.

Golfplatz Bad Kleinkirchheim

“Die Natur braucht halt einfach ihre Zeit”, sinniert Pontasch und streicht dabei mit seiner Hand beinahe zärtlich über den Rasen. Er schwingt heute auch selbst den Golfschläger, kam zum Sport jedoch über seinen Job. Denn eines ist klar. Nur wer selbst Golf spielt, ist dazu in der Lage, jene Bedingungen zu schaffen, die Golfspieler schätzen. Der Chef des Golfplatzes hat einen grünen Daumen, soviel steht fest. Und dieser kommt selbstverständlich auch privat zum Einsatz, wenn es gilt, den Rasen und die Blumen im eigenen Garten in Schuss zu halten. “Laut meiner Frau ist das mein Job und ich mache ihn auch privat sehr gerne”, schmunzelt Pontasch, der seinen Job vielmehr als Berufung denn als Beruf sieht. So verwundert es kaum, dass er am Golfplatz Kaiserburg auch noch abends seine Runden dreht, wenn andere längst vor dem Fernseher sitzen. Hier findet er die Zeit um über alle möglichen Verbesserungen und die Diensteinteilung für die kommende Woche nachzudenken. Erst dann geht es nach Hause und zum Fernseher. Denn ein Greenkeeper, der den aktuellen Wetterbericht nicht kennt, hat schlicht und einfach seinen Beruf verfehlt!

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